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Chatkontrolle & IFG-Reform, GebäudemodG, Cyberabwehr ohne Microsoft | #heiseshow
16/07/2026 | 1 h 12 minAnna Bicker, heise-online-Chefredakteur Dr. Volker Zota und Jan Mahn sprechen in dieser Ausgabe der #heiseshow unter anderem über folgende Themen:
- Staatliche Macht: So gefährden IFG-Reform und Chatkontrolle unsere Demokratie. Das EU-Parlament hat kurz vor der Sommerpause im Eilverfahren für die Verlängerung der umstrittenen Ausnahmeregelung zum anlasslosen Scannen von Chats gestimmt – und das trotz einer Mehrheit der Gegenstimmen. Damit können die großen US-Tech-Konzerne weiterhin millionenfach und automatisiert private digitale Postfächer durchleuchten. Und in Deutschland sorgt eine Reform des Informationsfreiheitsgesetzes für einen Einschnitt in die Pressefreiheit, da künftig nur noch natürliche Personen bei „berechtigtem Interesse“ Akteneinsicht bekommen. Redaktionen, Verlage und NGOs wären als juristische Personen nicht mehr antragsberechtigt. Die Chatkontrolle betrifft unsere privaten Nachrichten, die IFG-Reform den Zugang zu staatlichen Informationen – zusammen werfen sie aber dieselbe Frage auf: Verschiebt sich das Machtverhältnis zwischen Staat und Bürger?
- Rolle rückwärts: Das bedeutet das Gebäudemodernisierungsgesetz für die Energiewende. Bundestag und Bundesrat haben das Gebäudemodernisierungsgesetz verabschiedet, das seinen Vorläufer, das Gebäudeenergiegesetz, in weiten Teilen rückabwickelt. Die seit 2023 geltende Pflicht, neue Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien zu betreiben, soll genauso entfallen wie pauschale Betriebsverbote. Künftig sollen Eigentümer wieder frei entscheiden können, ob sie auf Wärmepumpen, Hybridlösungen, Biomasse-, Gas- oder Ölheizungen setzen. Können die deutschen Klimaziele mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz überhaupt noch erreicht werden?
- Ade Microsoft: Darum verlassen die Cyber-Spezialisten des Schweizer Militärs die Microsoft-Cloud. Die Schweizer Streitkräfte verabschieden sich mit ihrem „Kommando Cyber“ bis Oktober von der Microsoft-Cloud und wechseln zur quelloffenen Lösung OpenDesk, das vom deutschen Zentrum für Digitale Souveränität entwickelt wird. Grund für diesen Schritt ist der zunehmende Zwang vonseiten Microsofts, in die eigene Cloud-Infrastruktur zu wechseln. E-Mails, Dokumente, Kalenderdaten oder Videokonferenzen lassen sich künftig nur noch über die Server des US-Unternehmens abrufen, was bedeuten könnte, dass so sensible Informationen über Umwege in die Hände der US-Regierung gelangen könnten. Sollten sich Deutschland und der Rest von Europa an der Schweiz ein Vorbild nehmen?
Außerdem wieder mit dabei: ein Nerd-Geburtstag, das WTF der Woche und knifflige Quizfragen.- Markus Will, heise-online-Chefredakteur Dr. Volker Zota und Malte Kirchner sprechen in dieser Ausgabe der #heiseshow unter anderem über folgende Themen:
- Happy Birthday, AVM/Fritz: Eine deutsche IT-Erfolgsgeschichte wird 40 – Was 1986 als kleines BTX-Bastelprojekt von vier Berliner Studenten begann, wurde zum Marktführer in deutschen Wohnzimmern: Vier Studenten gründeten AVM nach eigenen Angaben im Jahr 1986. Über ISDN-Karten und die erste FRITZ!Box wuchs die Marke zum Platzhirsch. Inzwischen hat sich einiges verändert: 2024 übernahm Imker Capital Partners über die Luxemburger Tochterfirma Rucio Investment die Mehrheit von AVM, die Gründer zogen sich aus Altersgründen zurück. Was hat AVM über vier Jahrzehnte so erfolgreich gemacht? Was bedeutet der Eigentümerwechsel zu einem Finanzinvestor für die Marke? Und kann Fritz sich gegen Provider-Router und günstige Konkurrenz weiter behaupten?
- Unter Strom: Wie gefährlich sind Sicherheitslücken in Hoymiles-Wechselrichtern? Ein Sicherheitsforscher hat zusammen mit dem CCC gravierende Schwachstellen in Wechselrichtern von Hoymiles aufgedeckt: Das Problem liegt in den Funkprotokollen, über die die Wechselrichter der HM-, HMS- und HMT-Serien mit ihren Steuereinheiten kommunizieren – der Austausch erfolgt unverschlüsselt. Über eine undokumentierte Funktion lassen sich sogar Seriennummern der Geräte im Klartext per Funk auslesen und Schadsoftware einschleusen, während der Hersteller bislang kaum reagiert hat. Wie realistisch ist ein großflächiger Angriff auf Balkonkraftwerke im Vorbeifahren? Sollte die EU verbindliche Sicherheitsstandards für Energiehardware im IoT-Bereich vorschreiben?
- In Wechselstimmung: Sind Akkuwechselstationen in der E-Mobilität der richtige Weg? – Während in Europa fast ausschließlich auf Laden gesetzt wird, treibt CATL in China ein ganz anderes Konzept voran: Gerade wurde die 2000. CATL-Akkuwechselstation eingeweiht, bis Jahresende sollen es 3000 werden, verteilt über 31 Provinzen und 180 Städte. Der Zeitvorteil des Akkutauschs relativiert sich allerdings mit der Einführung von 800-Volt-Systemen, die deutlich kürzere Ladezeiten ermöglichen – dennoch expandiert CATL auch nach Europa mit dem Joint Venture Swaptopus für E-Lkw. Ist das Wechselkonzept ein Modell, das auch in Europa funktionieren könnte, oder macht Schnellladen es überflüssig? Und lohnt sich der Aufbau einer parallelen Infrastruktur überhaupt noch?
Außerdem wieder mit dabei: ein Nerd-Geburtstag, das WTF der Woche und knifflige Quizfragen. - Anna Bicker, heise-online-Chefredakteur Dr. Volker Zota und Malte Kirchner sprechen in dieser Ausgabe der #heiseshow unter anderem über folgende Themen:
- Kartenhaus-Kollaps: Was ein US-Urteil für EU-Daten bei AWS, Google & Co. bedeutet – Mit der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA in der Rechtssache Trump vs Slaughter hat die konservative Mehrheit der Richter die Unabhängigkeit der Federal Trade Commission für verfassungswidrig erklärt. Genau diese Unabhängigkeit war lange Zeit eine tragende Säule, auf der der Datenverkehr zwischen der EU und den USA ruhte. Wie wackelig ist das EU-US Data Privacy Framework jetzt wirklich? Welche Alternativen bleiben Unternehmen, die auf AWS, Google Cloud oder Microsoft Azure setzen? Und ist digitale Souveränität für Europa nur noch ein Buzzword oder endlich eine echte Option?
- Platzt die KI-Blase? Experten warnen vor Dotcom-Wiederholung – Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich warnt vor den finanziellen Risiken, die aus dem aktuellen Investitionsboom rund um KI erwachsen könnten und zieht dabei Parallelen zum Dotcom-Boom der späten 90er. Die fünf größten Hyperscaler werden von 2025 bis 2026 voraussichtlich über eine Billion US-Dollar für KI-bezogene Investitionen ausgeben – teils auf Pump. Ist der Vergleich mit der Dotcom-Blase gerechtfertigt, oder ist KI diesmal wirklich anders? Und was würde ein Platzen der Blase für die gesamte Wirtschaft bedeuten?
- Und Cut: Scheitert die geplante Streaming-Abgabe an der Verfassung? Ein Gutachten des Ex-Verfassungsrichters Udo Di Fabio kommt laut FAZ zum Schluss, dass das vorgesehene Mediendienste-Investitionsverpflichtungsgesetz in der Regierungsfassung gegen das Grundgesetz und geltendes Europarecht verstößt. Netflix, Prime Video und Disney+ sollen künftig acht Prozent ihres in Deutschland erwirtschafteten Umsatzes direkt in lokale, deutschsprachige Produktionen stecken. Ist die geplante Investitionspflicht der richtige Weg, um den deutschen Filmmarkt zu stärken? Und wie ließe sich das Gesetz verfassungskonform gestalten?
Außerdem wieder mit dabei: ein Nerd-Geburtstag, das WTF der Woche und knifflige Quizfragen. - Anna Bicker, heise-online-Chefredakteur Dr. Volker Zota und Malte Kirchner sprechen in dieser Ausgabe der #heiseshow unter anderem über folgende Themen:
- Aus dem Gleis geraten: Lehren aus der Bahnstörung – Eine bundesweite Störung hat den deutschen Bahnverkehr am Dienstagabend zum Erliegen gebracht. Wie konnte es zu diesem massiven Ausfall kommen? Wie abhängig ist die Bahn von digitaler Infrastruktur – und wie resilient ist das System gegenüber solchen Störungen? Was müsste sich ändern, damit kritische Infrastruktur besser geschützt ist?
- Obergrenzen beim digitalen Euro: Limited Edition? – Das EU-Parlament hat die Weichen für den digitalen Euro gestellt – und dabei auch über Obergrenzen für Nutzerbestände diskutiert. Wie viele digitale Euro soll jeder Bürger maximal halten dürfen – und warum braucht es überhaupt solche Grenzen? Ist der digitale Euro eine sinnvolle Ergänzung zum Bargeld – oder eher ein Kontrollwerkzeug?
- Erst schreiben lernen, dann Prompts schreiben: Norwegen verbannt KI aus Grundschulen – Norwegen macht Schluss mit KI im Grundschulunterricht: Kinder sollen zuerst Lesen und Schreiben lernen, bevor sie KI-Tools nutzen dürfen. Ist das ein weitsichtiger pädagogischer Schritt oder Digitalisierungsverweigerung? Wie gehen andere europäische Länder mit dem Einsatz von KI in Schulen um? Und ab wann sollten Kinder überhaupt anfangen, KI-Kompetenz zu entwickeln?
Außerdem wieder mit dabei: ein Nerd-Geburtstag, das WTF der Woche und knifflige Quizfragen. Anthropic/Fable-Aus, Xbox-Studio-Schließung, Social-Media-Verbot | #heiseshow
18/06/2026 | 1 h 22 minAnna Bicker, Alexander Spier und Daniel Ziegener sprechen in dieser Ausgabe der #heiseshow unter anderem über folgende Themen:
- Kein Fable für Ausländer: US-Regierung erzwingt Abschaltung von Anthropics KI-Modellen – Eine Exportkontrolldirektive der US-Regierung untersagt ausländischen Staatsangehörigen den Zugriff auf Anthropics KI-Modelle Fable 5 und Mythos 5 – auch ausländischen Anthropic-Mitarbeitern innerhalb der USA. Da sich der Ausschluss einzelner Nutzergruppen nicht kurzfristig rechtssicher umsetzen lässt, musste Anthropic beide Modelle zunächst für alle Kunden abschalten. Anthropic vermutet, dass die Regierung Kenntnis von einer Methode erlangt habe, bei der die Sicherheitsmaßnahmen von Fable 5 so umgangen werden könnten, dass es für Hackerangriffe genutzt werden könnte. Was bedeutet das für die globale KI-Entwicklung, wenn die USA ihre Frontier-Modelle als Exportgut behandeln? Wie reagieren die Menschen in der EU auf diese Art von KI-Exportkontrolle? Und ist Anthropics Erklärung, es handle sich um ein „Missverständnis", glaubwürdig?
- Game over? Xbox-Studios wollen Schließung verhindern – Mehrere Xbox-Studios verhandeln über eine Abspaltung von Microsoft, um ihre drohende Schließung abzuwenden. Betroffen sind das kanadische Compulsion Games und das in San Francisco ansässige Double Fine, die sich von Xbox zurückkaufen wollen. Beim britischen Studio Ninja Theory ist die Lage besonders ernst: Die Belegschaft wurde bereits in einem Call über die Schließung informiert, das Team hofft aber noch auf einen Käufer. Wie konnte es dazu kommen, dass Xbox ausgerechnet Kult-Studios mit gefeierten Spielen schließt? Zeigt das Scheitern des Game-Pass-Modells, dass Streaming-Erlöse allein keine Spieleentwicklung finanzieren können? Und haben Independent-Buyouts wie bei Double Fine eine realistische Chance?
- Aus-getik-tokt? Großbritannien kündigt Social-Media-Verbot für Jugendliche an – Großbritannien macht Ernst beim Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren. Die Regierung unter Keir Starmer will ein entsprechendes Gesetz noch vor Weihnachten verabschieden, damit es im Frühjahr 2027 in Kraft treten kann. Betroffen wären Plattformen wie TikTok, Facebook, YouTube, X, Snapchat und Instagram, während Messenger wie WhatsApp und Signal ausgenommen sind. Australien hatte im Dezember 2025 als erstes Land ein solches Verbot eingeführt, und nun folgen immer mehr europäische Länder diesem Beispiel. Ist ein pauschales Verbot der richtige Weg, um Kinder im Netz zu schützen? Wie lässt sich ein solches Verbot technisch überhaupt durchsetzen, ohne Datenschutzrechte zu verletzen? Und was bedeutet das für die Debatte in Deutschland?
Außerdem wieder mit dabei: ein Nerd-Geburtstag, das WTF der Woche und knifflige Quizfragen.
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