Mehr als 90 Prozent aller täuschend echt aussehenden Videos im Netz
zeigen pornografische Inhalte – etwa 99 Prozent davon Frauen. Was tun
gegen diese Deepfakes und die digitale Gewalt, die vor allem Frauen
erfahren? Auf diese Frage will die Politik in dieser Woche eine Antwort
finden – Bundesjustizministerin Stefanie Hubig hat dafür einen
Gesetzesentwurf angekündigt.
Das Thema digitale Gewalt ist wieder ganz oben auf der Tagesordnung
gelandet, seit die Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes
öffentlich schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben
hatte. Fernandes beschuldigt Ulmen, in ihrem Namen mit anderen Männern
gechattet und vermeintliche Nacktfotos und Videos von ihr mit ihnen
geteilt zu haben. Darüber hatte der Spiegel zuerst berichtet. Christian
Ulmen lässt die Vorwürfe über seinen Anwalt bestreiten.
Seit Jahren kämpft Fernandes gegen gefälschte Pornobilder im Internet,
sogenannte Deepfakes. Ein Gericht in Spanien bestätigte der ZEIT am
Freitag, dass ein Vorverfahren gegen Ulmen geführt werde, nachdem
Fernandes Anzeige erstattet hatte.
Schon zuvor hatten die massenhafte Verbreitung von sexualisierten
KI-Bildern, die Elon Musks Chatbot Grok generierte, und der Fall einer
jungen Studentin, die gegen sexualisierte KI-Nacktbilder Anzeige
erstattete, Aufmerksamkeit für das Thema digitale Gewalt geschaffen, das
in Deutschland laut einer Studie viele Frauen betrifft.
Wie kann man sich gegen sexualisierte Deepfakes im Netz wehren? Was
genau soll sich nun ändern? Welchen Schutz gibt es – und welche Rolle
spielen Männer in der Debatte um Gewalt gegen Frauen im Netz?
ZEIT-Volontär David Will und Lisa Hegemann, Ressortleiterin Digital der
ZEIT, besprechen die juristischen und gesellschaftlichen Dimensionen
digitaler Gewalt mit Neustart-Host Meike Laaff.
Im Rabbit Hole der Woche erzählt Lisa Hegemann von ihrer Recherche zum
Thema Emojis und wie sie verschiedenen Generationen dabei helfen, sich
misszuverstehen.
Haben Sie Feedback oder Fragen zur Folge? Dann schreiben Sie uns gern an
[email protected].
Im ZEIT-Podcast "Neustart" ordnen die Hosts Henrik Oerding und Meike
Laaff mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein, was gerade in der
Digitalwelt passiert – und was dies für die Offlinewelt bedeutet. Auch,
aber nicht nur für Nerds. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue
Folge.
Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.
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