Spitzen-KI aus den USA gibt es erst mal nur für Staatsbürger: Das ist
offenbar der Kurs, auf den die Trump-Regierung setzt. Schon vor einigen
Wochen entschied sie, dass Mythos, das Spitzenmodell der KI-Entwickler
Anthropic, Ausländern nicht mehr zur Verfügung stehen darf. Und auf
Geheiß der Regierung darf nun auch GPT 5.6, die neueste Entwicklung des
Konkurrenten OpenAI, nur von ausgewählten US-Firmen genutzt werden.
Mythos und die abgespeckte Variante für die breite Öffentlichkeit, Fable
5, sind seit dieser Woche wieder freigegeben. Für Europa ist das Ganze
dennoch eine bedrohliche Situation. Denn hierzulande hängt im KI-Sektor
fast alles an Modellen aus den USA.
Wie können sich die EU und Deutschland aus dieser Lage befreien? Wie
kann auch die hiesige Wirtschaft sicher vom KI-Boom profitieren? Fehlt
es hierzulande an einem eigenen KI-Spitzenmodell – oder sollten sich
europäische Firmen lieber auf Nischen-Anwendungen spezialisieren? All
diese Fragen zur richtigen KI-Strategie bespricht Neustart-Host Meike
Laaff mit dem Digital-Ressortleiter Jakob von Lindern.
Sie reden darüber, welche KI-Fähigkeiten Europa eigentlich schon hat,
was noch fehlt – und was genau an diesen Leerstellen gefährlich ist.
Jakob von Lindern erklärt, warum er das ständige Reden von einer
Jahrhundertanstrengung im KI-Bereich für etwas überzogen hält und
berichtet von eustella, einer neuen KI-App aus Österreich, die eine
unabhängigere Chatbot-Alternative aus Europa werden will.
Im Rabbithole der Woche erzählt Jakob von Lindern vom wundersamen
Aufstieg von Freddy, einem deutschen Fußballfan, der auf der Plattform X
begeistert seine WM-Reise durch die USA dokumentiert. Was wiederum
US-Amerikaner so elektrisiert, dass seine euphorischen Posts über
Countrymusik, Fast-Food-Ketten und die schiere Größe von Tankstellen
millionenfach angesehen werden.
Links zum Weiterlesen:
- Eva Wolfangel (DIE ZEIT): »Es kann eine gefährliche Waffe sein«
- Jakob von Lindern (DIE ZEIT): »Donald Trump zeigt, dass er am
längsten KI-Hebel sitzt«
- Rose Tremlett (DIE ZEIT): »WWW-Weltmeisterschaft«
Haben Sie Feedback oder Fragen zur Folge? Dann schreiben Sie uns gern an
neustart@zeit.de.
Im ZEIT-Podcast »Neustart« ordnen die Hosts Henrik Oerding und Meike
Laaff mit ihren Kolleginnen und Kollegen ein, was gerade in der
Digitalwelt passiert – und was dies für die Offlinewelt bedeutet. Auch,
aber nicht nur für Nerds. Jeden zweiten Donnerstag erscheint eine neue
Folge.
Dieser Podcast wird produziert von Pool Artists.
Mehr hören? Dann testen Sie unser Podcast-Abo mit Zugriff auf alle
Dokupodcasts und unser Podcast-Archiv. Jetzt 4 Wochen kostenlos testen.
Und falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch lesen möchten, testen
Sie jetzt 4 Wochen kostenlos DIE ZEIT. Hier geht's zum Angebot.