44 episodi
#44: Archiv: Josephine Erkens - Wie Männer die "Weibliche Kriminalpolizei" sabotierten
06/11/2026 | 1 h 8 minIn dieser Archivfolge tauchen wir erneut in die Welt der “Weiblichen Kriminalpolizei” ein. Diesmal befinden wir uns im Hamburg der Weimarer Republik, wo Kriminalpolizeirätin Josephine Erkens nach einem tragischen Vorkommnis nicht nur mit Gegenwind durch männliche Vorgesetzte konfrontiert war, sondern auch noch andere Konflikte auszutragen hat.
Es ist eine Geschichte von Intrigen, Parteipolitik und den Dilemmata der ersten Beamtinnen in einer Verwaltung, die mehrheitlich keine Lust hatte, Frauen Platz zu machen.
Quellen, Literatur und Tipps zum Weiterlesen und -hören:
Ursula Nienhaus: "Nicht für eine Führungsposition geeignet": Josefine Erkens und die Anfänge weiblicher Polizei in Deutschland 1923 - 1933, Münster 1999.
Digitalisate der Vossischen Zeitung bei der Staatsbibliothek Berlin (über DFG-Viewer)
“Zwei Polizistinnen erschießen sich”, Abendausgabe 10. Juli 1931.
“Der Tod der Polizeibeamtinnen”, Morgenausgabe 11. Juli 1931.
“Hintergründe der Hamburger Tragödie”, Morgenausgabe 12. Juli 1931.
“Das Verfahren gegen Frau Erkens”, Morgenausgabe 13. Juli 1931 (Man bemerke die vergleichsweise versteckte Notiz, in der entlastendes Material zu Erkens nachgereicht wird).
“Kein Disziplinarverfahren gegen Frau Erkens”, Abendausgabe 16. Juli 1931.
Robert Brack: Und das Meer gab seine Toten wieder. Roman, Hamburg 2008. (Ich habe das Buch nicht gelesen, aber es hat gute Kritiken und ist, soweit ich das beurteilen kann, hervorragend recherchiert.)
Robert Brack: Sprechende Dokumente. Nachforschungen im Staatsarchiv während der Arbeit an dem Roman „Und das Meer gab seine Toten wieder”, in: Aus erster Quelle. Beiträge zum 300-jährigen Jubiläum des Staatsarchivs der Freien und Hansestadt Hamburg, Hamburg 2013, S. 191-200.
Karin Hausen: Die Polarisierung der ‚Geschlechtscharaktere‘ – Eine Spiegelung der Dissoziation von Erwerbs- und Familienleben, in: Werner Conze (Hg.): Sozialgeschichte der Familie in der Neuzeit Europas, Stuttgart 1976, S. 363-393.
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Für einen umfassenden Überblick der politischen Tektonik zu Ende der Weimarer Republik empfehle ich die ersten Folgen von Deutschland 33/45 des Kollegen Jonas Stephan!
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Bild Josephine Erkens: AddF Kassel, Sign.: A-F1-00023, Fotograf: Martin Pietsch
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Themen: Weimarer Republik, Frauenbewegung, Frauengeschichte, Lesbengeschichte, Queere Geschichte, Polizei, True Crime#43: Her mit der Parität! Warum wir 50:50 in den Parlamenten brauchen und was 1896 damit zu tun hat
23/10/2026 | 44 minHeute mal etwas meinungsstärker: Warum wir 50% Frauen in den Parlamenten brauchen und was die Debatte von 1896 um das Bürgerliche Gesetzbuch damit zu tun hat.
Aber in dieser Folge kommt auch ihr zum Zug: Redet mit, wie dieser Podcast in Zukunft aufgestellt sein soll! Der Plan ist, dass ich euch alle vier Wochen freitags eine neue Folge präsentiere. Aber was machen wir in der Zeit dazwischen? Gelegentliche Archivfolgen, wenn sie gerade thematisch ins Konzept passen? Kurzfolgen zu aktuellen Themen? Schreibt es mir - per Instagram als Direktnachricht unter @frauenvondamals oder per E-Mail an rohrpost at biancawalther punkt de!
Übrigens: Mehr über den Kampf der Frauen (nicht nur) um bürgerliche Rechte findest du in meinem Buch "Die Vorkämpferinnen. Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde" - erschienen im S. Fischer Verlag.
Der Brief von Helene Lange, den ich in der Folge zitiere, ist vom 7. September 1923 und zu finden in : Helene Lange. Was ich hier geliebt. Briefe. Tübingen 1957, S. 155. Die Empfängerin war die Hamburger Frauenrechtlerin Emmy Beckmann.
Den Link zur Petition des Vereins Parité in den Parlamenten findest du hier.
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Themen: Parität, Feminismus, Politik, Frauenpolitik, Geschlechtergerechtigkeit, Bundestag, Weimarer Republik, BGB, Zivilrecht, Frauenrechte- Im zweiten Teil der Doppelfolge über Berlins erste Polizeirätin sprechen Biografin Elisabeth Wagner und ich darüber, wie es Martha Mosse erging, nachdem sie Anfang 1933 aus antisemitischen Gründen aus dem Dienst entfernt wurde. Wir sprechen über Wege des Überlebens, über Dilemmata und darüber, warum es für Martha Mosse trotz wohlhabender Familie und internationaler Kontakte keine Option war, zu emigrieren. Spoiler: Es hatte wohl nicht zuletzt mit Liebe zu tun.
1943 wurde Martha Mosse nach Theresienstadt deportiert. Sie überlebte und kehrte im Juli 1945 auf einem Laster zurück nach Berlin. Was (bzw. wen) sie dort vorfand, hat nicht nur Elisabeth Wagner zutiefst berührt.
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Übrigens: Auch diesmal hören Steady-Mitglieder wieder mehr! Wenn auch du den Podcast unterstützen und als Goodie zu jeder dieser drei Folgen ein kleines Bonuskapitel hören möchtest: Bis 15. Oktober gibt es auf Steady ein vergünstigtes Abo für 3 EUR im Monat oder 36 EUR im Jahr. Schau doch mal vorbei: https://steady.page/de/frauenvondamals/about
Literatur:
Elisabeth Wagner: Die Mosse-Frauen. Deutsch-jüdische Lebensgeschichten, Göttingen 2024.
Anna Hájková: Menschen ohne Geschichte sind Staub. Queeres Begehren und der Holocaust, Göttingen 2024.
Anna Hájková: Das letzte Ghetto. Eine Alltagsgeschichte von Theresienstadt, Bielefeld 2026.
Javier Samper Vedrell: The Case of a German-Jewish Lesbian Woman: Martha Mosse and the Danger of Standing Out, German Studies Review 2/2018, S. 335-353 (Link).
Themen: Frauengeschichte, jüdische Geschichte, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, lesbische Geschichte, queere Geschichte, queer, Liebe, Frauenbewegung, Feminismus, Berliner Frauenbund, Nachkriegszeit
Bild: Wikimedia Commons - Martha Mosse war Jüdin, Feministin und promovierte Juristin. Gemeinsam mit ihrer Lebensgefährtin Erna Stock lebte sie ein emanzipiertes und selbstbestimmtes Leben, bis sie 1933 brutal aus ihrem hart erkämpften Job im höheren Polizeidienst der Stadt Berlin verjagt wurde. 1943 wurde sie nach Theresienstadt deportiert - und überlebte: Sie wurde 93 Jahre alt.
In dieser Folge spreche ich mit Elisabeth Wagner, Autorin des Buchs "Die Mosse-Frauen" über die erste Hälfte dieses bewegten Lebens: von den ersten Trippelschritten einer Zweijährigen auf einem Dampfer nach Japan bis zum Höhepunkt ihrer beruflichen Laufbahn als erste Polizeirätin in der "Roten Burg" am Alexanderplatz.
Und natürlich reden wir auch über Liebe. ;)
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Übrigens: Auch diesmal gibt es wieder ein Bonuskapitel für Steady-Abonnent*innen. Wenn auch du den Podcast unterstützen und Zugang zum Bonusmaterial zu den Folgen haben möchtest (in diesem Fall die Anekdote "Martha Mosse gräbt den Garten um und erhält eine Lektion"), dann schau doch mal auf meine Steady-Seite! Dort findest du bis 15. Oktober auch ein "Mosse-Special-Paket" zum vergünstigten Abopreis.
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Quellen und Literatur:
Elisabeth Wagner: Die Mosse-Frauen. Deutsch-jüdische Lebensgeschichten, Göttingen 2024.
Die versprochenen Einblicke in die Zeitschrift "Die Freundin" gibt es hier.
Bild zur Folge: Atelier Becker & Maaß, AddF Kassel, Sign. A-F1-00505
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Themen: Feminismus, queere Geschichte, Lesbengeschichte, lesbische Geschichte, Frauengeschichte, jüdische Geschichte, Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus - In dieser Folge spreche ich mit Dr. Elisabeth Wagner, Autorin des Buchs "Die Mosse-Frauen", über eine Frau, sich als Verlegergattin und "First Lady" des Berliner Zeitungswesens nicht nur einen festen Platz im Berliner Gesellschaftsleben erarbeitete, sondern darüber hinaus auch noch immens viel Gutes für Kinder und insbesondere Mädchen bewirkte.
Außerdem sprechen wir über Besonderheiten und Anforderungen beim Schreiben von Frauenbiografien und die manchmal wundersame Gedankenwelt männlicher Feuilletonisten. ;)
Diese Folge ist der erste Teil einer Miniserie über zwei Frauen der Familie Mosse, deren Leben zusammen mehr als ein ganzes Jahrhundert umspannen. In Teil 2 und 3 wird es um Emilies Nichte Martha Mosse gehen - Tochter des Kaiserreichs, "Neue Frau" der Weimarer Republik, Opfer der Nationalsozialisten und Wiederaufbauerin der Frauenbewegung der Nachkriegszeit. Über sie hatten wir so viel zu sagen, dass es gleich zwei Folgen geworden sind ...
Übrigens: Steady-Mitglieder hören mehr! Wenn auch du den Podcast unterstützen und als Goodie zu jeder dieser drei Folgen ein kleines Bonuskapitel hören möchtest: Bis zum 15. Oktober gibt es auf Steady ein vergünstigtes Abo für 3 EUR im Monat oder 36 EUR im Jahr. Schau doch mal vorbei: https://steady.page/de/frauenvondamals/about
Literatur:
Elisabeth Wagner: Die Mosse-Frauen. Deutsch-jüdische Lebensgeschichten, Göttingen 2024.
Anna Hájková: Menschen ohne Geschichte sind Staub. Queeres Begehren und der Holocaust, Göttingen 2024.
Anna Hájková: Das letzte Ghetto. Eine Alltagsgeschichte von Theresienstadt, Bielefeld 2026.
Javier Samper Vedrell: The Case of a German-Jewish Lesbian Woman: Martha Mosse and the Danger of Standing Out, German Studies Review 2/2018, S. 335-353 (Link).
Themen: Frauengeschichte, jüdische Geschichte, Kaiserreich, Kaiserzeit, Weimarer Republik, Journalismus, Mosse-Verlag
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Frauen stehen auf starken Schultern. Schultern von Frauen, die Rechte und Freiheiten erkämpften, Grenzen verschoben und überwanden. Mein Name ist Bianca Walther, und ich nehme euch mit auf Streifzüge durch Geschichten rund um die Frauenbewegung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts - die Zeit, in der Frauen sich zusammenschlossen, um sich gegen ein Ideal zu wehren, das nur einen Platz für sie kannte: Im Haus.
Nominiert für den Grimme Online Award 2024
Mein Buch: Die Vorkämpferinnen. Wie aus vielen Frauen eine Bewegung wurde
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Website: https://biancawalther.de
Bild: Wikimedia Commons
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