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- 1.248 UNESCO-Welterbestätten gibt es derzeit in 170 Ländern weltweit. Sachsen-Anhalt hat mit fünf UNESCO-Welterbestätten die meisten in einem ostdeutschen Bundesland aufzuweisen: Die mittelalterlich geprägte Stadt Quedlinburg, der Dom in Naumburg, die Lutherstätten in Wittenberg und Eisleben, das Gartenreich Dessau-Wörlitz und das Bauhaus in Dessau. Hinzu kommt das UNESCO Weltdokumentenerbe wie die Himmelsscheibe von Nebra aus der frühen Bronzezeit oder seit vergangenem Jahr der literarische Nachlaß des Philosophen Friedrich Nietzsche. Das 1994 als Welterbestadt aufgenommene Quedlinburg ist ein Gesamtkunstwerk. Hier treffen mittelalterliche Stadtstruktur und ein bemerkenswertes Denkmal der Stadtbaugeschichte aufeinander. An die 2.100 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten prägen noch heute das Bild der Stadt. In Quedlinburg wurde Dieter König 1949 geboren und da lebt er noch immer. Im Mai 1961, da war er elf Jahre alt, wurde zwischen Quedlinburg und der französischen Stadt Aulnoye-Aymeries eine Städtepartnerschaft geschlossen, zu der auch ein Schüleraustausch gehören sollte. Mit dem Mauerbau am 13.08.1961 war die nur noch teilweise und einseitig möglich. Anders im Westen Deutschlands, da unterzeichneten im Januar 1963 Bundeskanzler Konrad Adenauer und Präsident Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag, der bis heute den Grundstein der Freundschaft zwischen Deutschland und Frankreich legte. Im Osten Deutschlands, nach der politischen Wende 1989/ 90, konnte in Quedlinburg erst 1991 diese Städtepartnerschaft vom Mai 1961 durch die Bürgermeister beider Städte erneuert werden. 1998 wurde der Verein zur Förderung der Freundschaft zwischen der deutschen Stadt Quedlinburg und der französischen Stadt Aulnoye-Aymeries gegründet. Dieter König ist Gründungsmitglied und seit 2000 im Ehrenamt Vorsitzender des Vereins. Seine Mitglieder haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland zu erhalten, sie mit Leben zu füllen und zu festigen. Dieter Königs erste Begegnung mit den Franzosen lag im Jahr 1994: Ein Staffellauf über 730 Kilometer in 5 Tagen von Aulnoye-Aymeries nahe der belgischen Grenze bis nach Quedlinburg. Er war dabei und organsierte 1996 den zweiten Lauf in umgekehrter Richtung. Neben dem Sport kamen Kulinarik und Kultur hinzu. Dieter König organisierte den fortan jährlichen Besuch der Franzosen zum Weihnachtsmarkt in Quedlinburg, zu Wein- und Käseverkostungen, zu Begegnungen am Tag des offenen Denkmals. Chöre beider Städte singen über Jahre zusammen und in jeder der beiden Städte gibt es eine Straße mit dem Namen der Partnerstadt. In diesem Jahr feierten sie zusammen 65 Jahre Bestehen dies Vertrags.
Moderation Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf - Er sei ein notorischer Nachhaltigkeitstransformationsoptimist, sagt Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamtes. Derzeit durchaus im Steßzustand, fügt er an. Wegen der Wirtschaftskrise würde häufig beim Klima- und Umweltschutz gekürzt. Das sei nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch fatal. Auch jüngste Ergebnisse aus der Studienreihe „Zukunft? Jugend fragen!“ des Umweltbundesamtes weisen auf, daß der Umwelt- und Klimaschutz bei den 14- bis 22-Jährigen in Deutschland weiter an Bedeutung verliert. Der Anteil der jungen Menschen, die das Thema als sehr wichtig einstufen, ist seit 2021 von 50 auf 30 Prozent gesunken. Das politische Interesse aber ist insgesamt hoch. 88 Prozent der Befragten ist es sehr wichtig in einer Demokratie zu leben. Dirk Messner glaubt fest daran, daß man Dinge zum Besseren wenden kann und auf die Frage nach der Lebensmaxime antwortet er: „Kooperation ist die Mutter der menschlichen Zivilisationsgeschichte“. In einer Diskussion jüngst im historischen Bauhausgebäude in Dessau unter der Fragestellung „Kultur - Fundament der Demokratie?“, organisiert vom Deutschen Kulturrat, der Stiftung Bauhaus Dessau und dem Umweltbundesamt, führte Dirk Messner u.a. aus, daß es beispielsweise bei Veränderungsprozessen zur Klimaneutralität wichtig sei, Kulturschaffende für dieses Thema zu mobilisieren. Kultur helfe die Welt in ihrer Diversität zu verstehen. Die Lösung der Umweltfrage sei nicht nur Technologie, nicht nur Ökonomie, sondern habe auch mit einem kulturellen Wandel zu tun.
In Bünde, in Nordrhein-Westfalen wurde Dirk Messner 1962 geboren. Von 1982 bis 1988 studierte er Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin und der Sogang University in Seoul. Ab 1989 arbeitete er am Deutschen Institut für Entwicklungspolitik in West-Berlin, Abteilung Industrialisierung und Schwellenländer mit dem Schwerpunkt Lateinamerika. 1995 wurde er an der FU Berlin bei Elmar Altvater „summa cum laude“ promoviert. 1995 bis 2002 war Dirk Messner wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts für Entwicklung und Frieden an der Universität Duisburg-Essen. 2002 habilitierte er sich an der FU Berlin und hatte anschließend eine Professur für Internationale politische Ökonomie am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der Ludwig-Maximilins-Universität München inne. Von 2003 bis 2018 war Dirk Messner Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik und ist seit 2006 außerplanmäßiger Professor für Politikwissenschaft an der Universität Duisburg-Essen. Von 2018 bis 2019 war er Direktor des Instituts für Umwelt und menschliche Sicherheit der Universität der Vereinten Nationen in Bonn und Vize-Rektor der United Nations University. Von 2004 bis 2019 wirkte Dirk Messner u.a. als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen, ab 2009 als stellvertretender Vorsitzender, ab 2013 als Co-Vorsitzender.
Moderation Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf - Mit 26 Jahren wurde David Pruß 2021 jüngster Leiter eines Zoologischen Gartens in Deutschland und trug in Hof in Bayern Verantwortung für rund 500 Tiere. Seit Juli 2025 hat David Pruß die Leitung des Magdeburger Zoos inne. Der ist an die 20 Hektar groß und beherbergt an die 700 Tiere und 177 Arten. Im vergangenen Jahr wurde unter dem Motto „Wild, wundervoll, wegweisend“ 75jähriges Jubiläum gefeiert. Historisch machte sich der Zoo Magdeburg wegen seiner Spitzmaulnashornzucht einen Namen. Aus Artenschutz- und Naturschutzgründen sind es bis heute wichtige Tiere im Bestand des Zoos Magdeburg. Er unterstützt den Erhalt bedrohter Arten durch seine Beteiligung an Zucht- und Auswilderungsprogrammen. Mit dem „Artenschutz-Euro“ möchte er mit den Besuchern des Zoos zusammen verstärkt Artenschutzprojekte im natürlichen Lebensraum weltweit und vor Ort fördern. Künftig soll zudem verstärkt auf Citizen Conversation gesetzt werden, also Zuchtbücher für Amphibien, bei denen Zoos mit Museen und auch Privathaushalten zusammenarbeiten. Zudem ist ein Ausbau der Kooperationen mit Universitäten geplant, um den Zoo als Plattform für angewandte Artenschutzforschung zu etablieren. Der Tiermediziner, Zoologe, Tierschützer und Verhaltensforscher Bernhard Grzimek ist David Pruß ein wichtiges Vorbild. Als Forscher und als Praktiker hat er gezeigt, daß Engagement für Tiere und Umwelt immer auch ein Engagement für die kommende Generation ist, führt David Pruß aus. „Sein Vermächtnis lebt in jedem verantwortungsvollen Schritt weiter, den wir im Zoo gehen, und in meiner eigenen Überzeugung, durch Bildung, Forschung und gelebten Artenschutz etwas zum Guten zu verändern.“ Für die langfristigen Pläne von David Pruß für den Magdeburger Zoo wurden von der Stadt 300.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie bereitgestellt. Wichtigste Themen seines Masterplans drehen sich um die Fragen der Infrastruktur: Energie, Wärme, Logistik, Futterwege.
In den Sommerferien wird im Zoo Magdeburg der Internationale Tag des Naturschutzes gefeiert, mit Klang & und Kulinarik gibt es einen Abend voller Genuß im Zoo, Kinder zwischen 6 und 8 Jahren können einen Haustierführerschein machen und ältere Kinder sich auf die Spuren der Zootierhaltung begeben. Zudem wird es im August sehr emotional im Zoo Magdeburg. Die Elefantenkuh Sweni steht kurz vor der Geburt.
Im Rheinland wurde David Pruß vor 31 Jahren geboren. Dort wuchs er auf. Um die zehn Jahre alt war er wohl, als er das erste Mal „Serengeti darf nicht sterben“ von Bernhard Grzimek in den Händen hielt. Mit diesem Buch und seiner Liebe zu Tieren reifte der Wunsch einmal im Zoo zu arbeiten. David Pruß studierte Veterinärmedizin in Hannover, absolvierte ein Praktikumsjahr in Thailand und wurde nach Rückkehr und noch während des Schreibens seiner Diplomarbeit im Jahr 2021 Zoo-Direktor in Hof.
Moderation Julia Hemmerling
Redaktion: Angelika Zapf - Zusammen mit seiner Frau Martha Strobel kuratierte Jacob Strobel, Professor für Holzgestaltung, Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg, die Ausstellung „Der ungesehene Designklassiker“ im Industriemuseums Chemnitz. Sogar ein Film mit dem nüchternen Titel „Stuhl EW 1192“ entstand rund um das beliebte Sitzmöbel und wurde begleitend zur Ausstellung gezeigt. Die Geschichte dahinter: Dem Möbeldesigner Jacob Strobel, in Würzburg geboren und einst Student in Schneeberg, fiel im Laufe der Jahre immer wieder ein bestimmter Küchenstuhl in die Hände, der ihn faszinierte Minimalistische Form, erinnernd an skandinavisches Design, hoher Sitzkomfort. Er stand in nahezu jeder Küche im Osten Deutschlands, doch keiner wußte woher er kam, wer ihn entworfen hatte. Nach vielen Jahren als Designer und Produktmanager in Österreich, auf internationalen Möbelmessen präsent und mit eigenen preisgekrönten Stuhlentwürfen versehen, kehrte Jacob Strobel 2015 als Professor für Holzgestaltung an die Fakultät Angewandte Kunst nach Schneeberg zurück und stieß erneut auf den Küchenstuhl EW 1192, der ihm noch immer außerordentlich gefiel. Er begann zu forschen und bat „Freie Presse“ - Leser um Mithilfe. Sein Email-Fach quoll in kürzester Zeit über, viele rührende Erzählungen kamen zutage. Im Stuhlmuseum im sächsischen Rabenau fanden sich zudem Unterlagen die bezeugten, daß der Vierbeiner aus dem Entwurfsbüro Waldheim stammt. Von 1954 bis 1989 wurden dort Sitz- und Polstermöbel für die industrielle Fertigung entworfen. Prägender Kopf war der Formgestalter Horst Heyder, einer der bedeutendsten Möbel-Designer der DDR. Ihm und seinem Kollektiv wird der Entwurf des am meisten gekauften und genutzten Küchenstuhls von einst zugeschrieben und der nun eine Renaissance erfährt.
Jacob Strobel hatte selbst einst eine Vision von einem Stuhl: Ein Lounge-Chair ohne Polster, der flexibel sein sollte, einen Komfort besitzen, den man nicht sehen, aber spüren sollte. Der Stuhl „lux“ wurde der Abschluß seiner Diplom-Arbeit und Beginn seines Berufseinstiegs.
In Würzburg wurde Jacob Strobel 1978 geboren. Von 1999 bis 2002 absolvierte er eine Ausbildung zum Schreiner/ Tischler bei seinem Onkel in der Schreinerei Strobel. Von 2002 bis 2007 nahm er ein Studium der Holzgestaltung an der Westsächsische Hochschule Zwickau, Fakultät Angewandte Kunst Schneeberg auf. 2004 studierte er ein Jahr an der Gray`s School Of Art in Aberdeen an der schottischen Nordseeküste 3D Design und nahm anschließend eine Assistenz im Studio Christian Haas auf. Von 2007 bis 2008 war Jacob Strobel Designer und Produktmanager von TEAM 7 in Österreich und von 2008 bis 2015 dort Head of Design. Anschließend und bis heute ist er freischaffender Möbeldesigner. Er erhielt jeweils mehrfach den Red Dot Design Award, den Designerpreis der Bundesrepublik nominee, den German Design Award nominee und den Interior Innovation Award.
Moderation Ellen Schweda
Redaktion: Angelika Zapf - Katharina Germo, geboren in Halle, bringt langjährige Co-Leitungs-, Theater- und Theaterfestivalerfahrungen aus der Schweiz mit. Juliane Hahn, geboren in Friedrichroda in Thüringen, arbeitete von 2020 bis 2024 in Zürich, wo sie Co-Leiterin des Theaterhauses Gessnerallee war. Vom 21.08. bis 06.09. präsentieren sie ein internationales Programm der Gegenwartskünste aus Theater, Tanz, Performance, Musik, Film, Literatur und Bildender Kunst. Neben etablierten Kulturorten werden auch öffentliche Räume in Weimar und in der Region bespielt. Erstmals gibt es mit dem Lichthaus wieder ein Festivalzentrum als zentralen Ort des Festivals. Eröffnet wird das Kunstfest Weimar am 21.08. mir der Open-Air-Performance „RoZeO“ der französischen Kompanie Gratte Ciel im Ilmpark. Artistinnen und Artisten werden auf sechs Meter hohen biegsamen Stangen über der Landschaft schweben. Auf der Festwiese Apolda kommt am selben Abend das außergewöhnliche Konzertprojet „Soundtrack for Midnight TAMURO“ von Masamitsu Araki zur Aufführung. Inspiriert von Erinnerungen des Künstlers an das Aufwachsen im ländlichen Raum Japans und von der Begegnung mit der Thüringer Autotuning-Szene entstand eine Suite für ein Ensemble von Fahrzeugen mit getunten Soundanlagen.
1990 wurde das Kunstfest Weimar als eine der ersten gemeinsamen Kulturinitiativen im wiedervereinigten Deutschland gegründet. Es widmete sich zunächst Persönlichkeiten wie Goethe, Schiller, Bach und Liszt und die Einnahmen flossen in die Restaurierung der Kulturdenkmäler Weimars. Als inzwischen internationales Festival der Gegenwartskünste soll mit der diesjährigen Ausgabe die lebendige, verbindende Kraft künstlerischen Schaffens gefeiert werden und Räume für Begegnungen und gemeinsam geteiltes Erleben.
In Halle an der Saale kam Katharina Germo 1991 zur Welt. In Hildesheim studierte sie von 2010 bis 2015 Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis mit dem Schwerpunkt Theater und Literatur, welches einen viermonatigen Studienaufenthalt an der Université Aix-Marseille im Fach Szenische Künste enthielt. Von 2015 bis 2019 absolvierte Katharina Germo dem Masterstudiengang Theater mit Vertiefung Dramaturgie an der Zürcher Hochschule der Künste. Sie arbeitete als freischaffende Dramaturgin für freie Tanz- und Theaterproduktionen, übernahm Mentoring und Gesprächsmoderationen, war von 2016 bis 2022 Programmdramaturgin am Theater ROXY Birsfelden und arbeitet 2019 bis 2024 in der Programmgruppe des Theaterfestival Basel. Von 2023 bis 2025 hatte sie die Co-Leitung im Fabriktheater Rote Fabrik Zürich inne. Seit 2020 war sie in zahlreichen Jurys und Kommissionen in Deutschland und der Schweiz vertreten. Ihre letzte eigene künstlerische Arbeit trug den Titel „What We Know“, eine Installation im öffentlichen Raum für das About Us! Festival Zürich.
Moderation Carsten Tesch
Redaktion: Angelika Zapf
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